ARTists of Kris. Kesselring  
 
  LESEPROBEN zu den Kurzgeschichten- Das letzte Aufbäumen - Net Verlag... Der Stein - Verlag Mondwolf 14.12.2017 00:11 (UTC)
   
 
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Aus: Das letzte Aufbäumen (Anthologie aus dem Net-Verlag)
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»Weswegen gruselt dich der Fall?«, fragte ich verdutzt. Cranach war der dienstälteste Rechtsmediziner. Nach vierzig Jahren hatte er mehr Leichen gesehen als hundert Polizisten. Darunter waren mit Sicherheit Fälle gewesen, die diesen hier an Brutalität und Perversion bei weitem in den Schatten stellten. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ihm ein Mordopfer noch einmal Unbehagen bereiten könnte.
Er zuckte mit den fleischigen Schultern. »Ach, da war nur etwas, als wir sie aufgemacht haben. Alles ganz normal erst, Ypsilonschnitt ecetera. Durch die ungenauen, verschieden starke Einstiche des Täters, waren manche Organe richtig zerfetzt aber das Herz hatte er irgendwie immer verfehlt.«Er atmete tief durch und nahm einen großen Schluck. Verlegen fuhr er sich über den Nacken.
»Was ist passiert?«, bohrte ich. Er grinste verlegen und sah mich an als würde er sich selbst nicht trauen. »Naja, es ist mir unangenehm. Erzähl es keinem. Aber ich schwöre, als ich das Herz angeschnitten habe, die Arterien durchtrennte, hat sie gezuckt!«
»Gezuckt?« Ich blinzelte irritiert. »Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber so ungewöhnlich ist das nicht.«
Cranach schüttelte heftig den Kopf.
»Nein, das stimmt aber es war anders. Ein Aufbäumen, ein Rüttler, der durch den Körper geht wenn man zum Beispiel die Lunge anschneidet und alte Luft entweicht, das gibt es. Oder kleine, elektrische Entladungen. Alles schon gesehen. Aber bei diesem Kind war es anders. Sie – sie zuckte als hätte sie einen epleptischen Anfall, richtig stark! Sie ist uns fast vom Tisch gefallen. Und ich schwöre, sie hat dabei die Augen aufgerissen und mich grinsend angeglotzt. Ich habe mir fast in die Hosen gemacht.« Die letzten Worte flüsterte er schamhaft. Ich zweifelte nicht an ihm, nickte nur stumm. Ganz bleich geworden, lächelte Cranach, versuchte seiner Erzählung abzuschwächen, ihr den Schrecken zu nehmen.
»Sogar Holger – er hat mir assistiert - hat das total entsetzt. Er ist gleich nach der Obduktion gegangen. Vierzig Jahre und dann so etwas. Ich muss die Bücher wälzen und nach einem ähnlichen Fall suchen.«
»Kann ich das Mädchen nochmal sehen?«
Cranach hob forschend den Blick. Seine Augen in kaum verhohlenem Schrecken geweitet.
»Klar, wenn du willst«, sagte er schließlich....

Informationen zu der Anthologie: Besessen von einem Dämon finden Sie auf der Seite Aktuelles. Veröffentlichungen



Aus: Berggeister (Anthologie aus derm Verlag Mondwolf)

Donner grollte über den Himmel, wogte über den Wald, dann über das Haus hinweg. Das Rumoren klang mit einem Mal wie das Schlagen eines groben Hammers auf Gestein. Wind kam auf, stob durch die Baumkronen der Tannen, die sich unter den Druck beugten, als würden sie von harter Hand gestreichelt. Inmitten der Dunkelheit, zwischen den Bäumen, knackte Holz, leise und lauter und ebenso knarrte und ächzte das Gebälk des Hauses, als würde es sich strecken und begierig den Regen erwarten, den die Wolken mit sich trugen. Kaum hatte ich daran gedacht, fielen die ersten dicken Tropfen auf den Kies.
Die Welt roch süß, fremd und automatisch musste ich sie mit der trockenen Stadtluft vergleichen und diese hier als besser erachten. Ja, sie roch herrlich. Herrlich, wild, neu und mir wurde klar, dass ich das Bedürfnis hatte, mir die Sandalen auszuziehen. Selbst die kleine, steinerne Figur in meiner Hand schien diesen Wunsch zu haben, obwohl ich wusste, dass es nur Einbildung sein konnte, spürte ich ein gieriges, hungriges Pulsieren unter der rauen Oberfläche. Ein eigener Herzschlag stieg von dem Männlein auf.
Ohne die Figur aus der Hand zu legen, streifte ich meine Sandalen ab.
Die Luft war aufgeladen, schien zu summen und ich konnte den Ursprung nicht einordnen, weil es keinen gab. Die Spannung kam aus der Umgebung, war überall um mich herum, legte sich auf mich, wie eine zweite Haut und sorgte dafür, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten. Was bedrohlich hätte sein müssen, war es nicht. Barfuß stieg ich die hölzernen Stufen hinab, lief ich über den, noch von der Sonne warmen, Kies. Der Regen durchnässte nun mein Haar und die Kleidung. Die Steinfigur pulsierte rhythmisch, als würde sie das Wasser gierig einsaugen. Sie liebte den Regen. Und ich liebte ihn auch. Ich fühlte mich fantastisch, ja geradezu übersprudelnd vor Leben und Energie. Mit dem nächsten gewaltigen Donnerhall stieg ein Lachen in meiner Kehle auf.

Informationen zu der Berggeister - Anthologie finden Sie auf der Seite: Aktuelles.Veröffentlichungen

 
 
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  ARTists: VERNETZTE KÜNSTE
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  Anschauung
ARTists: Bezeichnung bezieht sich auf den Spagat zwischen den Künsten. Beschreibt die künstlerische Anschauung, dass alle Künste miteinander verwoben und verbunden sind wie in einem Netz. Das bedeutet: Menschen mit Potential in einem künstlerischen Bereich: z. B. Musik, Fotografie, Malerei, Schriftstellerei, Schauspielerei....- haben (vielleicht ohne es zu ahnen) auch Talent in anderen künstlerischen Bereichen.
  Filmprojekte
Bisherige Werke: Projekt der Akademie: Zwei Kurzfilme zum Thema "Versteckt". In Bearbeitung: Psychodrama um Liebe, Leidenschaft und Tod: Name: "Fruchtfleisch" Abschlussprojekt an der Kunstakademie- Kurzanimationsfilm "Traumzeit"
  Schriftstellerei
Fantasy und Kinderbuchsektor. Im Bereich des freien Nachrichtenportals Blaue Narzisse. de. Wer Artikel von Kristina Kesselring dort lesen möchte, sei herzlich eingeladen. Artikel: Filmkritiken für : The Unborn Der Tag an dem die Welt still stand Der Vorleser sozialkritische Artikel: Der Hunger in Afrika Unsere Welt in 50 Jahren (Doppelartikel) Moderne Kunst oder: Ich bin eine Nutte des Kapitalismus Moderne Kunst VERÖFFENTLICHUNG: Im Buch "Unserer Welt im Jahre 2050" veröffentlichte Kurzgeschichte "Kitty"
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